Achtsamkeitspraxis ist buddhistisch und psychotherapeutisch- neurowissenschaftlich fundiert

Was ist der Hintergrund der Achtsamkeitsmeditation? Welchen Zusammenhang gibt es zu buddhistischer Meditationspraxis?   

Kernübung des Kurses ist die klassische Form der Achtsamkeitsmeditation, nämlich das stille Sitzen und Betrachten der Atmung: Vipassana Meditation. Diese Meditationsform ist sowohl historisch und ursprünglich als auch neurowissenschaftlich bestens erforscht. Vipassana Meditation ist die Form der Meditation, durch die der historische Buddha vor 2500 Jahren zur Erkenntnis über die ,wahre Natur der Dinge' gelangte und sich von seinem persönlichen Leiden befreite. Die Lehre über die Vipassana- Meditation kann man als Essenz und Grundlage aller später entwickelten buddhistischen Traditionen verstehen. Der historische Buddha als vorzüglicher Didakt hat nie versucht, Menschen zu etwas zu überreden oder gar zu indoktrinieren. Achtsamkeitsmeditation ist zu verstehen als Einladung - eine Einladung, nur das innerlich anzunehmen und zu praktizieren, was einem selbst als heilsam erscheint. Die tiefe Erkenntnis darüber, was für uns wirklich heilsam ist und die Möglichkeit, Leiden zu überwinden liegt nach buddhistischer Auffassung bereits in uns, und muss uns eben nicht erst durch eine äußere Autorität vermittelt werden. Idealerweise korrespondiert die Autorität des Lehrers mit der eigenen Intuition und schafft einen Zugang zu dieser. Denn Probleme entstehen eher dadurch, dass wir nicht mit unserem ursprünglichen, heilen Seinszustand in Verbindung sind. Um diese Verbindung zu uns selbst herzustellen, ist Achtsamkeitsmeditation ein hochwirksames Mittel, und Lehrer und Lehre dienen aus buddhistischer Sicht diesem Ziel. 

Achtsamkeitsmeditation gehört niemandem, ist niemandes geistiges Eigentum - weder das der Buddhisten noch das irgendeiner Wissenschaft. Achtsamkeitsmeditation ist in ganz unterschiedliche kulturelle Kontexte integriert worden - mit vielfältigen vor- und auch nachteiligen Implikationen für die ursprüngliche Lehre des Buddhas. Inzwischen hat Achtsamkeitsmeditation auch ihren festen Platz in der westlichen Welt - wenn auch erst (im Vergleich zu verschiedenen asiatischen Kulturen) seit sehr kurzer Zeit. Achtsamkeitsmeditation ist auch durch die Psychotherapieforschung entdeckt worden und hat einen anerkannten Platz in der Behandlung auch schwerer psychischer Probleme. Die Neurowissenschaften haben inzwischen eine ganze Flut an Forschungsergebnissen produziert, die die heilsame Wirkung der ,klassischen' Achtsamkeitsmeditation eindrücklich belegen. Googlen Sie z.B. Achtsamkeit oder Meditation und Gehirn oder Neurowissenschaften erhalten Sie zahllose Nachweise. Das Gehirn an sich, unsere ,hardware' wird erheblich und überaus günstig verändert durch diese Praxis.

Achtsamkeitsmeditation ist jedoch keine bloße Technik. Rein technisch praktiziert wird ihr Veränderungspotenzial begrenzt bleiben. Vipassana, Achtsamkeitsmeditation zielt auf Einsicht, klare Erkenntnisse und Weisheit  ab - aber sie braucht unverzichtbar als ergänzenden Pol Metta, Mitgefühl. Dieses zweite Standbein ließe sich auch als Herz der Meditation beschrieben. Damit ist die Kultivierung verschiedener Geisteszustände gemeint: Mitfreude, liebende Güte, Mitgefühl und Akzeptanz. Im Alltag auch zu erkennen als Freundlichkeit, Wärme, Empathie und Gelassenheit. Die Entwicklung von klarer Erkenntnis und grenzenlosem Mitgefühl ist zeitloses Ziel der Achtsamkeitsmeditation und begründet ihr ebenso zeitloses und kulturunabhängiges Heilungspotenzial. 

Vielen Dank wenn Sie bis hier gelesen haben. :-)